- Home  »
- VGI - Die Zeitschrift  »
- 2026 - 114. Jahrgang  »
- Heft 2/2026
Heft 2/2026
Heft 2/2026
Die aktuellen Ausgaben sind nur für OVG-Mitglieder online als
PDF-Download verfügbar. Zum Download müssen Sie sich rechts oben anmelden.
Bestimmung des Schwerepotentials zur Korrektur der relativistischen Rotverschiebung einer optischen Uhr am BEV Determination of the gravity potential for the relativistic redshift correction of an optical clock at the BEV
Kurzfassung
Die präzise Messung der Zeit beruht auf Atomuhren, die Zeitintervalle aus der Frequenz eines atomaren Übergangs ableiten. Die genauesten unter ihnen, die optischen Uhren, erreichen heute relative Frequenzunsicherheiten von 10⁻¹⁷ bis 10⁻¹⁸. Auf diesem Niveau muss die relativistische Rotverschiebung berücksichtigt werden, um eine optische Uhr mit anderen vergleichen zu können. Dieser Effekt hängt vom Schwerepotential am Ort der Frequenzmessung gegenüber einem festgelegten Bezugspotential ab. Für eine optische Uhr am Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) wurde folglich das Schwerepotential an ihrem Referenzpunkt bestimmt; die daraus abgeleitete Korrektur für die Rotverschiebung ermöglicht den Vergleich mit anderen Uhren.
Abstract
High-precision time measurement relies on atomic clocks, which derive time intervals from the frequency of an atomic transition. The most accurate of these, optical clocks, currently achieve fractional uncertainties of 10⁻¹⁷ to 10⁻¹⁸. At this level, the relativistic redshift must be taken into account in order to compare an optical clock with other clocks. This effect depends on the gravity potential at the location of the frequency measurement relative to a defined reference potential. For an optical clock at the Federal Office of Metrology and Surveying (BEV), the gravity potential was therefore determined at its reference point; the resulting correction for the redshift enables comparisons with other clocks.
Die präzise Messung der Zeit beruht auf Atomuhren, die Zeitintervalle aus der Frequenz eines atomaren Übergangs ableiten. Die genauesten unter ihnen, die optischen Uhren, erreichen heute relative Frequenzunsicherheiten von 10⁻¹⁷ bis 10⁻¹⁸. Auf diesem Niveau muss die relativistische Rotverschiebung berücksichtigt werden, um eine optische Uhr mit anderen vergleichen zu können. Dieser Effekt hängt vom Schwerepotential am Ort der Frequenzmessung gegenüber einem festgelegten Bezugspotential ab. Für eine optische Uhr am Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) wurde folglich das Schwerepotential an ihrem Referenzpunkt bestimmt; die daraus abgeleitete Korrektur für die Rotverschiebung ermöglicht den Vergleich mit anderen Uhren.
Abstract
High-precision time measurement relies on atomic clocks, which derive time intervals from the frequency of an atomic transition. The most accurate of these, optical clocks, currently achieve fractional uncertainties of 10⁻¹⁷ to 10⁻¹⁸. At this level, the relativistic redshift must be taken into account in order to compare an optical clock with other clocks. This effect depends on the gravity potential at the location of the frequency measurement relative to a defined reference potential. For an optical clock at the Federal Office of Metrology and Surveying (BEV), the gravity potential was therefore determined at its reference point; the resulting correction for the redshift enables comparisons with other clocks.
Keywords/Schlüsselwörter
Optische Uhr Zeitmessung Relativitätstheorie GNSS Nivellement Trigonometrische Vermessung Schwerefeld Schwerepotential
Optische Uhr Zeitmessung Relativitätstheorie GNSS Nivellement Trigonometrische Vermessung Schwerefeld Schwerepotential
3D Punktwolkenbasierte Deformationsanalyse mittels B-spline Flächen: Eine empirische Untersuchung des Einflusses von Oberflächenstrukturen auf das Ergebnis der Flächenapproximation sowie der Deformationsanalyse
Kurzfassung
Fortschreitende Alterungsprozesse erfordern eine effiziente Überwachung kritischer Infrastrukturbauten. Während klassische Verfahren auf punktbasierten Messungen beruhen, ermöglicht das terrestrische Laserscanning (TLS) eine quasikontinuierliche, hochauflösende Objekterfassung. Die Handhabung dieser Daten erfordert jedoch geeignete Methoden, um statistisch begründete Aussagen über flächenhafte Verformungen tätigen zu können. Gerade in der Überwachung von Sperrbauwerken, Brücken oder andere Stützbauwerke ist mit Deformationen im Millimeterbereich zu rechnen, was oftmals nahe am Unsicherheitsbudget der TLS-Daten liegt. Daraus ergibt sich die Herausforderung, geeignete Herangehensweisen so (weiter-) zu entwickeln, dass verlässliche Rückschlüsse auf die Stabilität eines Bauwerkes möglich werden. Ein vielversprechender Ansatz findet sich in der flächenhaften Deformationsanalyse mittels approximierender B-spline Flächen, die das etablierte, punktbasierte Kongruenzmodell auf kontinuierliche Punktwolken überträgt. Dieser Beitrag untersucht anhand zweier praxisnaher Anwendungsfälle, inwiefern kleinräumige Oberflächenstrukturen von Bauwerken – wie Mauerwerksfugen – das Deformationsergebnis beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einfluss lokaler Diskontinuitäten zwar nachweisbar jedoch gering ist und die globale Aussage über Vorhandensein von Deformation nicht beeinflusst.
Abstract
Progressive aging processes necessitate the efficient monitoring of critical infrastructure. While classical methods rely on point-based measurements, Terrestrial Laser Scanning (TLS) enables quasi-continuous data acquisition. However, handling these data requires appropriate modeling approaches to derive statistically sound statements on the presence of deformation. Especially in the monitoring of dams, bridges, or other retaining structures, deformations in the (partial) millimeter range are to be expected, which is often close to the uncertainty budget of the TLS data. This gives rise to the challenge of (further) developing suitable methods that allow reliable conclusions to be drawn about the stability of a structure. A promising approach is found in areal deformation analysis based on approximating B-spline surfaces, which transfers the established point-based congruence model to continuous point clouds. This paper investigates, to what extent small-scale surface structures of buildings, such as masonry joints, influence the deformation result on basis of two representative application cases. The results demonstrate that although the influence of local discontinuities is detectable, it is minor and does not affect the global statement regarding the presence of deformation.
Fortschreitende Alterungsprozesse erfordern eine effiziente Überwachung kritischer Infrastrukturbauten. Während klassische Verfahren auf punktbasierten Messungen beruhen, ermöglicht das terrestrische Laserscanning (TLS) eine quasikontinuierliche, hochauflösende Objekterfassung. Die Handhabung dieser Daten erfordert jedoch geeignete Methoden, um statistisch begründete Aussagen über flächenhafte Verformungen tätigen zu können. Gerade in der Überwachung von Sperrbauwerken, Brücken oder andere Stützbauwerke ist mit Deformationen im Millimeterbereich zu rechnen, was oftmals nahe am Unsicherheitsbudget der TLS-Daten liegt. Daraus ergibt sich die Herausforderung, geeignete Herangehensweisen so (weiter-) zu entwickeln, dass verlässliche Rückschlüsse auf die Stabilität eines Bauwerkes möglich werden. Ein vielversprechender Ansatz findet sich in der flächenhaften Deformationsanalyse mittels approximierender B-spline Flächen, die das etablierte, punktbasierte Kongruenzmodell auf kontinuierliche Punktwolken überträgt. Dieser Beitrag untersucht anhand zweier praxisnaher Anwendungsfälle, inwiefern kleinräumige Oberflächenstrukturen von Bauwerken – wie Mauerwerksfugen – das Deformationsergebnis beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einfluss lokaler Diskontinuitäten zwar nachweisbar jedoch gering ist und die globale Aussage über Vorhandensein von Deformation nicht beeinflusst.
Abstract
Progressive aging processes necessitate the efficient monitoring of critical infrastructure. While classical methods rely on point-based measurements, Terrestrial Laser Scanning (TLS) enables quasi-continuous data acquisition. However, handling these data requires appropriate modeling approaches to derive statistically sound statements on the presence of deformation. Especially in the monitoring of dams, bridges, or other retaining structures, deformations in the (partial) millimeter range are to be expected, which is often close to the uncertainty budget of the TLS data. This gives rise to the challenge of (further) developing suitable methods that allow reliable conclusions to be drawn about the stability of a structure. A promising approach is found in areal deformation analysis based on approximating B-spline surfaces, which transfers the established point-based congruence model to continuous point clouds. This paper investigates, to what extent small-scale surface structures of buildings, such as masonry joints, influence the deformation result on basis of two representative application cases. The results demonstrate that although the influence of local discontinuities is detectable, it is minor and does not affect the global statement regarding the presence of deformation.
Keywords/Schlüsselwörter
Deformationsanalyse B-spline Flächen Laser Scanning Oberflächenstruktur Punktwolken
Deformationsanalyse B-spline Flächen Laser Scanning Oberflächenstruktur Punktwolken
160 Jahre Lehrkanzel für Höhere Geodäsie an der TU Wien
Kurzfassung
Die Höhere Geodäsie der TU Wien feierte am 23. Juni 2026 den 160. Jahrestag der Berufung des ersten Professors für Höhere Geodäsie und Sphärische Astronomie, Dr. Josef Herr, am damaligen k.k. Polytechnischen Institut durch Kaiser Franz Joseph in Allerhöchster Entschließung. Der folgende Text basiert auf Teilen der Rede von Johannes Böhm beim Homecoming Event im Arnold-Schmidt-Raum der TU Wien, an dem ungefähr 70 Personen teilnahmen (siehe Abbildung 1). Zunächst wird die Geschichte zum 23. Juni 1866 beschrieben. Danach folgen Gedanken zum Fach der Höheren Geodäsie, sowie Daten und Zahlen. Im letzten Abschnitt geht es um die Menschen, welche beim Homecoming Event im Mittelpunkt standen.
Abstract
Higher Geodesy at TU Wien celebrated the 160th anniversary of the appointment of the first professor of Higher Geodesy and Spherical Astronomy, Dr. Josef Herr, at what was then the Imperial and Royal Polytechnic Institute by Emperor Franz Joseph through a Royal Decree on June 23, 2026. The following text is based on excerpts from Johannes Böhm’s speech at the homecoming event held in the Arnold-Schmidt-Room at TU Wien with about 70 participants (see Figure 1). It begins with a description of the events surrounding June 23, 1866. This is followed by reflections on the field of Higher Geodesy, as well as facts and figures. The final section focuses on the people who took center stage at the homecoming event.
Die Höhere Geodäsie der TU Wien feierte am 23. Juni 2026 den 160. Jahrestag der Berufung des ersten Professors für Höhere Geodäsie und Sphärische Astronomie, Dr. Josef Herr, am damaligen k.k. Polytechnischen Institut durch Kaiser Franz Joseph in Allerhöchster Entschließung. Der folgende Text basiert auf Teilen der Rede von Johannes Böhm beim Homecoming Event im Arnold-Schmidt-Raum der TU Wien, an dem ungefähr 70 Personen teilnahmen (siehe Abbildung 1). Zunächst wird die Geschichte zum 23. Juni 1866 beschrieben. Danach folgen Gedanken zum Fach der Höheren Geodäsie, sowie Daten und Zahlen. Im letzten Abschnitt geht es um die Menschen, welche beim Homecoming Event im Mittelpunkt standen.
Abstract
Higher Geodesy at TU Wien celebrated the 160th anniversary of the appointment of the first professor of Higher Geodesy and Spherical Astronomy, Dr. Josef Herr, at what was then the Imperial and Royal Polytechnic Institute by Emperor Franz Joseph through a Royal Decree on June 23, 2026. The following text is based on excerpts from Johannes Böhm’s speech at the homecoming event held in the Arnold-Schmidt-Room at TU Wien with about 70 participants (see Figure 1). It begins with a description of the events surrounding June 23, 1866. This is followed by reflections on the field of Higher Geodesy, as well as facts and figures. The final section focuses on the people who took center stage at the homecoming event.
