Sketch Maps and GIS Output
Isolde Schlaisich
Diplomarbeit
Institut für Landesvermessung und Ingenieurgeodäsie, Abteilung Geoinformation und Landesvermessung, TU-Wien, 1998. Begutachter: Univ.Prof. Dr. W. Kuhn, Betreuer: Dr. S. Timpf.
Diese Diplomarbeit analysiert Raumskizzen, die von mehreren Gruppen von Personen gezeichnet wurden. Das Ziel ist es, die Charakteristiken von Skizzen durch eine geringe Anzahl von Parametern zu bestimmen. Von diesen Charakteristiken wird darauf geschlossen, wie intuitive Repräsentationen des Raumes aussehen und wie das Wissen über solche Repräsentationen verwendet werden kann, um Applikationen eines Geographischen Informationssystems (GIS) zu verbessern. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Verwendung der Ergebnisse für die Ausgabe eines GIS gelegt.
Die Versuchspersonen hatten die Aufgabe die Umgebung in der sie sich aufhielten zu skizzieren. Die gesammelten Skizzen werden durch mehrere Parameter beschrieben und mit statistischen Methoden untersucht. Die Parameter sind Dimension, Beschriftung, Fläche, Bezugssystem, 'Ich bin hier' Zeichen, Kenntnis der Umgebung, Anzahl der Ansichten und Zoom. Die Hypothese der Arbeit ist, daß man Gruppen von Skizzen mit ähnlichem Aussehen finden kann. Die Hypothese wird geprüft, indem die Verteilung der Skizzen in bezug auf die Parameter untersucht werden. Zuerst wird jeder Parameter einzeln betrachtet, dann jeweils zwei Parameter und zuletzt alle Parameter mit Hilfe von Cluster Analyse.
Die Resultate der Analyse zeigen, daß die Skizzen drei Cluster bilden, in denen jeweils viele Skizzen zusammengefaßt werden, die ein ähnliches Erscheinungsbild haben. Die Parameterwerte der Skizzen in den drei Hauptclustern unterscheiden sich hauptsächlich in der Fläche die gezeigt wird und in dem gewählten Bezugssystem. In weiteren Clustern befinden sich nur wenige Skizzen mit einem völlig verschiedenem Erscheinungsbild. Mit Hilfe der Eigenschaften der Skizzen in den großen Clustern kann man das generelle Aussehen von Skizzen beschreiben. Ein Großteil der Skizzen sind in 2D gezeichnet. Mehr als 1/3 zeigen die nähere Umgebung und fast die Hälfte benützt ein allozentrisches Bezugssystem. Skizzen mit mehr als einer Ansicht haben zu mehr als 80 % zwei oder drei Ansichten.
Der abschließende Teil der Arbeit listet auf, welche Schlüsse aus den Ergebnissen der Analyse für die Verbesserung von GIS gezogen werden können. Es hat sich gezeigt, daß die Formulierung der Aufgabe für das Aussehen einer Skizze sehr wichtig ist. Daraus folgt, daß Aufgabenanalyse (Task Analysis) ein wichtiger Forschungszweig ist, der hilft, daß die Ausgabe eines GIS den Wünschen und Erwartungen des Nutzers entspricht.