Der Einfluß von Datenqualität auf GIS- basierte Entscheidungen: Eine Untersuchung am Beispiel eines Ertragsmodells in der Landwirtschaft
Karl Zeitlberger
Diplomarbeit
Institut für Landesvermessung und Ingenieurgeodäsie, Abteilung Geoinformation und Landesvermessung, TU Wien, 1997. Begutachter: Univ.-Prof. Dr. A. Frank, Betreuer: Dipl.-Ing. M. Staudinger.
In dieser Arbeit wird untersucht, ob es mit den derzeit in Österreich vorhandenen Boden- und Klimadaten und deren Qualität möglich ist, Ertragsprognosen für die Zukunft mit hinreichender Genauigkeit zu erstellen, um eine Steuerung der Landwirtschaftsproduktion in Richtung Minimierung des Düngereinsatzes erleichtern zu können. Dies wäre sowohl aus ökologischer, als auch aus ökonomischer Sicht anzustreben.
Mit Hilfe des Ertragssimulationsmodells "CERES" wird anhand von Beispielen die Standardabweichung bestimmt, mit der die Produktionsmenge von Körnermais, der in Österreich häufig angebaut wird und dessen Kultivierung oft Belastungen für die Umwelt mit sich bringt, im vorhinein berechnet werden kann.
Diese Standardabweichung liegt zwischen 8% und 25%. Die Einflüsse der Witterung spielen die Hauptrolle. Durch Einbeziehung der Bracheflächen (derzeit ca. 8,5% der Ackerfläche von Österreich) kann die gleiche Menge eines Produkts mit geringeren Hektarerträgen erzielt werden. Somit kann Dünger eingespart und die Umweltbelastung reduziert werden. Aus dem Konfidenzbereich für die Ertragsprognose in Abhängigkeit von der Düngermenge kann die für eine bestimmte Ertragserwartung notwendige Düngermenge mit zugehörigem Unsicherheitsbereich abgelesen werden.
Wird die Eignung der Anbauflächen für bestimmte Pflanzen hinsichtlich Bodentyp und regionalem Klima berücksichtigt, so könnte die Kombination von Simulationsmodellen, GIS und einem leistungsstarken Optimierungsprogramm zur Entscheidungshilfe in Blickrichtung Minimierung des Düngereinsatzes in der Landwirtschaftsproduktion herangezogen werden.