Neues aus der AG Grenzstein

  9. Juli 2017 15:44,    Franz Blauensteiner

Am Hochsalm bei Grünau im Almtal steht der Triangulierungsstein mit der Nummer TP 11-67. Gesetzt und eingemessen wurde er bereits im Jahr 1811 zur Zeit der 1. Militärtriangulierung (1806-1839). Diese Triangulierung war die Grundlage für die 2. Landesaufnahme, die Kaiser Franz I. im Jahre 1806 zur Erstellung eines einheitlichen Kartenwerkes angeordnet hatte. Franz I. erließ am 23. Dezember 1817 das sogenannte "Grundsteuerpatent" als Grundlage für den Stabilen Kataster. Dies ist auch der Anlass für das diesjährige Jubiläum "200 Jahre Kataster". Für die darauf folgenden Vermessungsarbeiten wurde dieser Triangulierungsstein im Jahre 1848 in die Katastraltriangulierung und in die anschließenden Katastervermessungen (KV) einbezogen.

Jetzt wurde dieser besondere Vermessungsstein fachmännisch restauriert. Nach der Befreiung von Moosen und Flechten wurde der Stein mit einer vor Witterungseinflüssen schützenden Schicht versehen und die Schrift mit einer dezenten Acrylfarbe lesbar gemacht. Dabei waren die Eigentümer der Liegenschaft, der Bürgermeister von Grünau im Almtal, Mitarbeiter des BEV sowie Prof. Dr. Peter Waldhäusl und Dr. Christoph Twaroch als Mitglieder der "Arbeitsgemeinschaft Grenzstein" der Österreichischen Gesellschaft für Vermessung und Geoinformation anwesend. Die Arbeitsgemeinschaft Grenzstein engagiert sich im internationalen Projekt "The Network of Boundaries and its Monuments" mit dem Ziel, diesen historischen Triangulierungsstein - neben anderen Objekten - durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklären zu lassen.

Zum 3D-Modell des restaurierten KV-Steines: 

https://sketchfab.com/models/ad3569390bfa44adb3848e0c948e104a


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